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Vom Straßenclub zur Vereinsgründung

Für größeres Bild bitte klicken!Der 1. Weltkrieg war kaum vorrüber und die Wunden die dieser verheerende Krieg geschlagen hatte kaum vernarbt, da fanden sich einige junge Menschen aus der damaligen Bruchstrasse, der heutigen Lindenstrasse, zusammen, um dem relativ jungen Fußballsport zu frönen.

Diese Jungen, um nur einige zu nennen: die Gebrüder Ulc und Stergulc, Heinemann, Gendolf, Kalup, Lokar, und Symanek, konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen - man schrieb das Jahr 1919 -, das sie mit ihrer Begeisterung für den Fußballsport den Grundstein zur späteren Vereinsgründung, zur Gründung des "SV Titania Essel" dem heutigen SV Titania 26 Erkenschwick, im Jahre 1926 legten. Bis zur Vereinsgründung vergingen jedoch noch einige Jahre und die Jungen von der Bruchstrasse hatten vorerst noch ganz andere Sorgen. Für uns, die wir heute vor den Ball treten, sei es im Verein oder in einer Hobbymannschaft, ist es völlig selbstverständlich, das zur Ausübung dieses tollen Sports ein Fußballplatz - zumindest ein ausreichend großer Spielplatz - ein Ball, Fußballschuhe, und natürlich auch ein einheitliches Trikot, gehören. Aber wie anders war es doch bei unseren Jungen. Als Sportplatz diente eine Wiese. Eine ausgestopfte Schweineblase diente als Ball. Alte, ausgediente Strassenschuhe - die Kappen verstärkt mit einem dünnen Blech - mussten als Ersatz für Fußballschuhe herhalten.

Wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet besaßen sie doch nichts weiter als ihren gesunden Geist, ihre Freude am Fußball und eine ausgeprägte Kameradschaft und Verbundenheit untereinander. Allen Schwierigkeiten zum Trotz und oft von der älteren Generation belächelt, begannen sie auf einer Wiese am Ende der heutigen Lindenstrasse, mit einfachen Toren aus dünnen Bäumen, vor den Ball zu treten. Die Freude währte jedoch nicht lange. Der damalige Eigentümer der Wiese, der Bauer Hilbrink aus Essel, hatte durchaus kein Verständnis für das Treiben der Jungs und vertrieb sie. Diese, für die Jungen unverständliche Maßnahme, führte dazu das die Jungen ihre selbstgefertigten Tore entfernen mussten, sie aber wieder in windeseile aufzubauen,um weiter zu trainieren. Die weiteren Störungen des Bauers nahm man nicht mehr besonders ernst, zumal es die Fertigkeit im Auf- und Abbau der Tore nur weiter steigerte.

Im Frühjahr des Jahres 1922 trat für die Jungen eine entscheidene Wende in ihrer sportlichen Betätigung ein. Ihr Ruf als gefürchtete Strassenmannschaft genügte ihnen nicht mehr. Sie wollten ihr Können gegen bereits organisierte Mannschaften unter Beweis stellen. Kein geringerer Gegner als die Mannschaft von Union 05 Reckllinghausen Süd stellte sich den Mannen von der Bruchstrasse auf dem "fliegenden" Sportplatz zum ersten richtigen Fußballspiel. Das Spiel wurde 6:0 gewonnen. Nun gab es kein Halten mehr und die Vereinsgründung war nur noch eine Frage der Zeit.

 

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